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Diätverband e.V.
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DYSPHAGIE

Störungen des Schluckens

Die Feststellung, nicht mehr essen und trinken zu können, weil das Schlucken nicht mehr richtig funktioniert, bedeutet für den Betroffenen eine Einschränkung dieser Lebensqualität und kann zu einer großen psychischen Belastung führen. Auf den folgenden Seiten haben wir daher Informationsmaterial zu den Gründen, Folgen und Anzeichen sowie Hilfen & Ratschläge für die Ernährung bei Dysphagie zusammengestellt.

zum Thema

SÄUGLINGSNAHRUNG

Was ändert sich?

Bei Säuglingsanfangs- und Folgenahrung gibt es eine Neuigkeit: ab Herbst 2008 finden Eltern in den Verkaufsregalen neben den vertrauten Packungen auch solche mit neuer Gestaltung. Wir haben deshalb für Sie umfangreiches Informationsmaterial zusammengestellt.

zum Thema

Ungewollter Gewichtsverlust

Warum wiegen?

Ungewollter Gewichtsverlust kann in jedem Stadium einer Krebserkrankung auftreten. Wir haben deshalb für Sie einen Ratgeber zusammengestellt.

zum Thema

Positionspapier des DIÄTVERBANDes

Bonn, 14.12.2020. Die Europäische Kommission hat gemeinsam mit den zuständigen Behörden der Mitgliedsstaaten jüngst erstmals Empfehlungen zur Bewertung von gemessenen Spuren unerwünschter sog. „Mineralölrückstände“ bzw. MOAH in Säuglingsanfangs- und Folgenahrung, Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke für Säuglinge und Kleinkinder sowie Kindermilchen (IF, FoF, iFSMP, GUM) vorgelegt. Der DIÄTVERBAND begrüßt diesen Schritt und positioniert sich zu einer strengeren Betrachtungsweise bzgl. der Bewertung von MOAH-Rückständen in IF, FoF, iFSMP und GUM.

Die im DIÄTVERBAND zusammengeschlossenen Hersteller haben und werden weiterhin intensiv mögliche Eintragsquellen von sog. „Mineralölrückständen“ bzw. MOAH in IF, FoF, iFSMP und GUM identifizieren und vorbeugende sowie minimierende Maßnahmen in der gesamten Herstellungskette umsetzen.

Die Hersteller haben stets das Ziel, die höchste Qualität und Sicherheit zu gewährleisten, damit die Produkte sicher und uneingeschränkt für die Ernährung von Babys und Kleinkindern geeignet sind. Darauf können sich alle Eltern verlassen. In Deutschland wird kein anderes Lebensmittel so streng kontrolliert wie Babynahrung.

Aktueller Sachstand zur MOAH-Bestimmung in IF, FoF, iFSMP und GUM

Es gibt derzeit keinen verbindlichen Höchstgehalt für MOAH in IF, FoF, iFSMP und GUM. Die Experten auf EU-Ebene definierten stattdessen im Sommer 2020 zum ersten Mal einen gemeinsamen, sogenannten Aktionswert für gemessene MOAH-Gehalte. Als Aktionswert wurde dabei die derzeitig allgemein erreichbare Bestimmungsgrenze von jeweils 1,0 mg MOAH in jeweils einer von 4 MOAH-Fraktionen pro Kilogramm IF/FoF/iFSMP/GUM festgelegt. Grundlage hierfür sind analytische Untersuchungen auf Basis aktueller von der EU entwickelten Analysenstandards.

Im Rahmen einer speziell auf die IF, FoF, iFSMP und GUM weiterentwickelten Analytik zeigt sich, dass eine Betrachtung einzelner MOAH-Fraktionen - wie auf EU-Ebene festgelegt - nicht zielführend ist, sondern der Gesamt-MOAH Gehalt bei der Auswertung berücksichtigt werden sollte. Analytisch ist die Bestimmung des Gesamt-MOAH-Gehaltes anspruchsvoller, jedoch ist inzwischen eine Bestimmungsgrenze von 1,0 mg Gesamt-MOAH/kg unter Beachtung möglicher Interferenzen (falsch positive Signale auf MOAH durch natürliche Kohlenwasserstoffe in den Zutaten) prinzipiell erreichbar. Zwischen erfahrenen Laboren beträgt dabei die erweiterte Messunsicherheit bis zu 50 %. Berücksichtigt man diese erweiterte Messunsicherheit liegt die faktische Bestimmungsgrenze höher als 1,0 mg Gesamt-MOAH/kg.

Daher begrüßen es die im DIÄTVERBAND zusammengeschlossenen Hersteller, wenn folgende Analytikstandards Anwendung finden (Begriffe und Abk. sind im Anhang erläutert):

  • Analysen gemäß JRC Leitlinie & Workshop Protokoll (Dezember 2019)
  • Anwendung der Methode LC-GC-FID gemäß JRC Vorgaben und Workshop-Protokoll
  • Auswertung der Chromatogramme auf Gesamt-MOAH
  • Anwendung der Bestimmungsgrenze von 1,0 mg Gesamt-MOAH/kg (unter Beachtung von Interferenzen) zuzüglich entsprechend des Stands der Technik einer erweiterten Messunsicherheit von bis zu 50 %
  • Vermutung des Vorkommens von MOAH liegt vor bei Überschreitung der Bestimmungsgrenze von 1,0 mg Gesamt-MOAH/kg (unter Beachtung von Interferenzen) zuzüglich der erweiterten Messunsicherheit von bis zu 50 %
  • Falls nach Doppelbestimmung mit LC-GC-FID die Vermutung des Vorkommens von MOAH vorliegt: Durchführung der weiterführenden Analytik GCxGC-TOF zur Qualifizierung von MOAH und Abgrenzung von eventuell vorkommenden Interferenzen

Gleichzeitig unterstützen alle im DIÄTVERBAND zusammengeschlossenen Hersteller das Vorhaben der Experten, die Analysenstandards immer weiter zu entwickeln und damit auch die Bestimmungsgrenze, dem Stand der Technik entsprechend, so niedrig wie möglich zu setzen.


Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
Bundesverband der Hersteller von Lebensmitteln
für eine besondere Ernährung e. V.
Godesberger Allee 142 -148
53175 Bonn
Tel. 0228-30851-0
www.diaetverband.de


AktionswertBei Überschreitung des „Aktionswerts“ ist eine Bewertung notwendig, ob Maßnahmen zu ergreifen sind.

„Aktionswert“ (bzw. „action level“) ist ein Begriff, den die EU-Kommission im Vorfeld der Diskussion beim SCoPAFF nutzte, später nicht mehr. Der im SCoPAFF Protokoll vom 23.6.20 festgehaltene Wert von 1 mg/kg MOAH je Fraktion („The level 1 mg/kg MOAH per MOAH C-fraction is currently the lowest level that can be reliably quantified in laboratories across the EU”) dürfte als „Aktionswert“ zu verstehen sein.

Wichtig: es handelt sich nicht um einen rechtsverbindlichen Höchstwert.
Analytik1. Schritt: LC-GC-FID (es sind die Vorgaben der JRC-Guidance und des WorkshopProtokolls (Dez 2019) einzuhalten)

Gegebenenfalls 2. Schritt: GCxGC-ToF-MS

Bestätigung des Vorkommens von MOAH (qualitativ, nicht quantitativ), falls nach
Doppelbestimmung mit LC-GC-FID die Bestimmungsgrenze von 1,0 mg GesamtMOAH/kg (unter Beachtung von Interferenzen) zuzüglich der erweiterten
Messunsicherheit von bis zu 50 % überschritten wurde.
BestimmungsgrenzeDie Bestimmungsgrenze (BG) (englisch: limit of quantification, LOQ) ist die kleinste Konzentration eines Analyten, die quantitativ bestimmt werden kann. Erst oberhalb der Bestimmungsgrenze werden quantitative Analysenergebnisse angegeben. Die deutsche Delegation ließ im SCoPAFF Protokoll folgendes festhalten: „Germany would like to express concerns regarding a limit of quantification (LOQ) for MOAH of 1 mg/kg per fraction having in mind that in Germany official laboratories in general reliably achieve a LOQ of at least 0,5 mg/kg per fraction”

Eine einheitliche Definition der BG steht (derzeit) noch aus. Dies müsste über eine
Festlegung der Methode zur Ermittlung der BG fixiert werden.

Bzgl. der BG für Gesamt-MOAH sollten auftretende Interferenzen (derzeit) berücksichtigt werden; als pragmatischer Ansatz kann (derzeit) eine Spanne von 0,5 mg/kg angesetzt werden; daraus resultiert eine BG von 1 mg/kg für Gesamt-MOAH (unter Beachtung von Interferenzen). Bei der Bewertung von Messergebnissen muss neben der BG auch die erweiterte Messunsicherheit berücksichtigt werden.
GCxGC-TOF-MSZweidimensionale Gaschromatographie gekoppelt mit Flugzeit-Massenspektrometrie; engl.: Two-Dimensional Gas Chromatography Coupled To Time-Of-Flight Mass Spectrometry [s. Analytik]
InterferenzenAls Interferenz wird in der analytischen Chemie ein Messfehler bezeichnet, bei dem das Messsignal durch bestimmte andere Bestandteile der Probe beeinträchtigt wird.

Diese Interferenzen entstehen aus Kohlenwasserstoffen, die natürlicherweise in Lebensmitteln enthalten sind (wie z.B. Carotinoide und Squalene). Die meisten Lebensmittel enthalten natürlicherweise auftretende, gesättigte Kohlenwasserstoffe, die weitgehend aus n-Alkanen ungeradzahliger Kettenlänge bestehen (Decarboxylierungsprodukte langkettiger Fettsäuren). Meistens reichen sie von ca. C21 bis C35, mit Maxima bei C29 und C31. In der Kakaobutter ist das dominierende n-Alkan jedoch C23. Daneben treten in gleichen Abständen regelmäßig viel kleinere Peaks auf, wahrscheinlich weitgehend lineare, aber an einer spezifischen Stelle verzweigte Alkane. Typisch sind auch Signalgruppen im Bereich von n-C18 aus Milchfett und kleinere Signale sind oft auch in der Gegend von n-C14 (Sesquiterpene) und n-C9 (Monoterpene) zu sehen (Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Berlin und Kantonales Labor Zürich - Messung von Mineralöl - Kohlenwasserstoffen in Lebensmitteln und Verpackungsmaterialien).

Die Interferenzen sind damit nicht den “MOSH/MOAH bzw. MOH“ zuzuordnen [JRCGuidance: “Mineral oil hydrocarbons (MOH) does not include hydrocarbons naturally occurring in food: such as n-alkanes of odd numbered carbons (from C21 to C35) or natural olefins of terpenic origin (such as squalene, sterene or carotenoids)]

Interferenzen sollten (derzeit) mit nochmals ca. 0,5 mg/kg berücksichtigt werden; es resultiert daraus der pragmatische Ansatz einer Bestimmungsgrenze von 1 mg/kg Gesamt-MOAH unter Beachtung von Interferenzen. Bei der Bewertung von Messergebnissen muss neben der BG auch die erweiterte Messunsicherheit berücksichtigt werden.

Eine einheitliche Festlegung in Bezug auf die Reduktion von Interferenzen, verursacht durch natürlich vorkommende Bestandteile in IF, FoF, iFSMP und GUM, steht noch aus; dies könnte z.B. über spezifische Reaktionsbedingungen der Epoxidierung festgelegt werden.
LC-GC-FIDAbkürzung für eine bestimmte Analysentechnik/Trenntechnik

LC-GC steht für die Online-Kopplung der chromatographischen Trenntechniken Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) und Gaschromatographie (GC) und stellt eine Möglichkeit für eine wichtige Kopplungsvariante unterschiedlicher chromatographischer Trennmethoden dar. FID steht für Flammen-Ionisations-Detektor. [s. Analytik]
Messunsicherheit, erweiterteDie Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) beschreibt die erweiterte
Messunsicherheit als Leistungskriterium für eine Analysemethode. Die erweiterte Messunsicherheit grenzt einen Wertebereich um das Analyseergebnis ein, innerhalb dessen sich der „richtige“ Gehalt mit einer definierten Wahrscheinlichkeit befindet. Durch die Angabe der erweiterten Messunsicherheit wird das Auftreten von zufälligen und systematischen Fehlern berücksichtigt. In der Regel wird die erweiterte Messunsicherheit auf einem Signifikanzniveau von 95 % angegeben; demzufolge liegt der tatsächliche Wert mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 % innerhalb des von der erweiterten Messunsicherheit umschlossenen Wertebereichs.

Insbesondere bei Vergleichen von gemessenen Gehalten mit Zielwerten ist es zwingend erforderlich die erweiterte Messunsicherheit anzugeben. Denn nur wenn ein Zielwert trotz Abzug der erweiterten Messunsicherheit vom gemessenen Gehalt überschritten wird, kann von einer gesicherten Überschreitung ausgegangen werden. Dies geht sowohl aus den Positionspapieren der GDCh hervor (04/2018; 12/2018; 10/2018;), als auch aus dem Guidance Dokumentder EU-Kommission, in dem es heißt:
“The value obtained by subtracting the uncertainty from the reported concentration, is used to assess compliance. Only if that value is greater than the maximum level in the legislation is it certain “beyond reasonable doubt” that the sample concentration of the analyte is greater than that required by the legislation”
MOAH + MOSHMOAH = Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons:

Kohlenwasserstoffe, die aus hoch alkylierten mono- und/oder polyaromatischen Ringen bestehen. In teilhydrierten Mineralölen kommen auch gesättigte und aromatische Ringe nebeneinander vor. Kohlenwasserstoffe mit mindestens einem aromatischen Ring werden den MOAH zugerechnet.

MOSH = Mineral oil saturated hydrocarbons:

gesättigte Kohlenwasserstoffe; diese bestehen aus Paraffinen (offenkettigen Kohlenwasserstoffen) sowie Naphthenen (cyclischen Kohlenwasserstoffen), die meistens hoch alkyliert sind. Neben Kohlenwasserstoffen aus Mineralöl werden mit der Analytik auch andere Kohlenwasserstoffe, wie z.B. POSH erfasst.

Fraktionen:

Die beiden Gruppen (MOSH und MOAH) enthalten eine Vielzahl an Einzelkomponenten, die chromatographisch nicht zu trennen sind und daher im Chromatogramm als „Hügel“ (hump) oder „Berge“ auftreten. Die nachgewiesenen "Hügel" werden in weitere Bereiche der MOSH- und MOAH Fraktion eingeteilt (wie folgt). Die Einteilung soll Rückschlüsse auf den Eintrag der Mineralölkomponenten geben.
MOSHMOAH
MOSH > C10 bis ≤ C16 MOAH > C10 bis ≤ C16
MOSH > C16 bis ≤ C20 
MOSH > C20 bis ≤ C25MOAH > C16 bis ≤ C25
MOSH > C25 bis ≤ C35MOAH > C25 bis ≤ C35
MOSH > C35 bis ≤ C40 
MOSH > C40 bis ≤ C50MOAH > C35 bis ≤ C50

Aus toxikologischer Sicht ist bei Nachweis in Lebensmitteln eine Betrachtung der einzelnen MOAH-Fraktionen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zielführend. Der Fraktions-Ansatz ist historisch aus der Betrachtung der MOSH-Fraktionen bedingt; hier macht dieser Sinn, da z.B. die toxikologische Bewertung der MOSH-Fraktionen unterschiedlich ist und auch so z.B. Aussagen über eine etwaige Migration über die Gasphase aus Verpackungsmaterial getroffen werden können. In Bezug auf MOAH in IF, FoF, iFSMP und GUM ist dieser Ansatz aber nicht sinnvoll.

Gesamt-MOAH:

Auch im JRC-Workshop Protokoll ist der Gesamt-MOAH-Ansatz festgehalten (“Signal integration of the whole signal interval starting at tR of the beginning of the n- C10 peakand ending at tR of the n-C50 peak end after elimination of the sharp peaks above the hump for total MOAH”).

Basis des „Gesamt-MOAH“-Ansatz ist es, dass aus toxikologischer Sicht die potentiell kanzerogene MOAH-Fraktion nicht in den Produkten enthalten sein soll. Dies bedeutet, dass „Gesamt-MOAH“ analytisch nicht bestimmbar sein darf, d.h. das Ergebnis der Analyse unter Berücksichtigung der erweiterten Messunsicherheit unterhalb der faktischen BG liegen sollte. Das Abstellen auf einzelne Fraktionen würde diesen toxikologischen Ansatz konterkarieren, denn auch jeweils Gehalte unter der BG pro Fraktion können insgesamt betrachtet über der BG für Gesamt-MOAH-Gehalte liegen.