Förderung der Kindergesundheit durch Forschung und Innovation - White Paper
Eine Schlüsselpriorität für Europa
Europa kann kein gesundes Altern, nachhaltiges Wirtschaftswachstum oder eine globale Führungsrolle in der Gesundheitsinnovation erreichen, ohne in die Gesundheit von Kindern zu investieren. Die Beweise sind eindeutig: Die Grundlagen lebenslanger Gesundheit werden im frühen Leben gelegt, dennoch bleibt die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in der EU-Forschungsfinanzierung deutlich unterrepräsentiert.
Dieses White-Paper, das von fünf führenden europäischen Kindergesellschaften entwickelt wurde, fordert EU-Institutionen und politische Entscheidungsträger auf, die Kindergesundheit in den Mittelpunkt der nächsten Generation europäischer Forschungs- und Innovationsprogramme zu stellen. Es zeigt, warum Investitionen in pädiatrische Forschung nicht nur ein moralisches Gebot, sondern auch eine strategische Investition in Europas zukünftige Wettbewerbsfähigkeit, Widerstandsfähigkeit und Wohlstand sind.
Das Positionspapier wird von den folgenden medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften unterstützt:
- Association for Paediatric and Congenital Cardiology (AEPC)
- European Society for Paediatric Endocrinology (ESPE)
- European Society for Paediatric Research
- European Society for Paediatric Gastroenterology, Hepatology and Nutrition (ESPGHAN)
- European Academy of Paediatrics (EAP)
Das Positionspapier fordert die Institutionen der Europäischen Union dazu auf, die Forschung zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen als strategische Priorität zu verankern. Hierzu werden sechs zentrale Empfehlungen formuliert:
1) Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in der EU-Forschungsförderung priorisieren:
- Es sollen zweckgebundene Fördermittel bereitgestellt werden, die der Bedeutung von Kindern und Jugendlichen für die Zukunft Europas angemessen Rechnung tragen.
2) Einen lebensverlaufsorientierten Ansatz für gesundes Altern verfolgen:
- Dabei ist anzuerkennen, dass langfristige gesundheitliche Entwicklungen und Ergebnisse bereits während der Schwangerschaft sowie in der Kindheit und Jugend maßgeblich geprägt werden.
3) Die Forschungspolitik an bestehenden Verpflichtungen der EU ausrichten:
- Dies betrifft insbesondere die EU-Kinderrechtsstrategie sowie die in der überarbeiteten Deklaration von Helsinki festgelegten Grundsätze zur Einbeziehung vulnerabler Bevölkerungsgruppen in die Forschung.
4) Strukturierte Beteiligungsmechanismen für relevante Interessengruppen schaffen:
- Pädiatrische Fachgesellschaften, Patientenorganisationen und Vertreterinnen und Vertreter der Industrie sollen systematisch an der Festlegung europäischer Forschungsprioritäten und der Ausgestaltung entsprechender Arbeitsprogramme beteiligt werden.
5) Die Einbeziehung von Kindern in EU-geförderte Gesundheitsforschung stärken:
- Die Berücksichtigung pädiatrischer Populationen soll – sofern sachlich angemessen und praktisch umsetzbar – zu einer standardmäßigen Anforderung in Forschungsprojekten werden.
6) Jetzt handeln:
- Forschung zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen muss als wesentlicher Pfeiler der europäischen Innovationsfähigkeit, Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz der Gesundheitssysteme und langfristigen wirtschaftlichen sowie gesellschaftlichen Entwicklung anerkannt werden.
Download: White Paper